Die Senioren der Herbol-Werke Würzburg erinnern sich

Zeitzeugen berichten aus ihrer Sicht über Begebenheiten, Innovationen und Erfolge


 


Bericht von Heinz Töpfel
von 1960 bis 1996 bei Herbol und BASF Coatings



Das Große Anliegen des Herrn Direktor Franz,
Autoserienlacke neu zu entwickeln und zu verkaufen  
 

 Zunächst wurden in Heidingsfeld nur Industrielacke, die in Köln entwickelt waren produziert.
Da Herr Franz gute Kontakte zu BMW München, Glas Dingolfing und Audi (Auto-Union) in

 Dingolfing aufgebaut hatte, war es ihm ein großes Anliegen auch Auto-Serienlacke zu entwickeln und zu verkaufen.

Langsam, aber zielgerichtet gestaltete er das Labor und die Fertigung auf diese große Aufgabe um.
Dabei half ihm, daß  er 1957 von Köln zum Direktor ernannt wurde.

Im Jahre 1959 wurde dann das neu erstellte Werk in Würzburg-Zell bezogen. Der Einkauf wurde von Herrn Greulich und der Verkauf wurde von Herrn Rau übernommen.

Als Laborleiter und Betriebsleiter bestimmte er Herrn Philip Schlötzer. Kurz darauf kündigte der bisherige Laborleiter Herr Bomm. Als Laboranten gewann er Herrn Fritz Gehringer, Frau Ruth Hargutt und Herrn Weidemeier.  Kurze Zeit war auch Herr Stommel (von DKH gekommen) dabei.

 

Philip Schlötzer
Betriebs- und Laborleiter 1958-1968

Ruth Hargutt
Laborantin Rohstoffprüfung 1952-1988


Als Kundenbetreuer und Vorführmeister gewann er Herrn Max Sakriß, zur Beurteilung
 von Neuentwicklungen Herr Töpfel im Innendienst und für genaue  Chargen-Tönungen
 Herrn Adolf Schöll und Herrn Arnold Gießl.

Herr Franz versuchte viel mit Gespür neue Farbtöne den Leuten bei BMW schmackhaft zu machen. Viele neue Versuchsmuster brachte er persönlich nach BMW zur Begutachtung. Herr Sakriß begleitete ihn, um die Vorzüge der neuen Würzburger Lacke den BMW-Leuten in der Prozess Abteilung darzustellen.

Anfang 1960 wurden schon regelmäßig 2 Tonnen Chargen eines hell-gelb-grünen Lackes (der Name des Farbtones ist mir leider entfallen) angeliefert. 

Es dauerte nicht lange,  bis wir auch die Firmen  Glas und Audi mit  Würzburger Auto-Serienlacken belieferten. (Bis heute)

1965 wurden einige DKW F12 der Auto Union AG, Ingolstadt (heute Audi) mit Herbol Wasserlack im Farbton Beige versuchsweise mit Erfolg lackiert. Die Ingolstädter hatten eine Kostenreduzierung der
 Brandversicherungen für Lackierstrassen im Auge. Aus strukturellen Gründen kam es aber nicht zu dauernden Lieferungen. Der Lack wurde in Würzburg von Philip Schlötzer, H. Gröger und Frau Hargutt entwickelt.

 

Ein DKW F12 auf der Messe in Hannover von "Herbol Köln"

Die Schrift auf dem Sockel lautet:

(auch der prinzipielle Ablauf einer "Elektrophorese" Versuchsanlage ist erkennbar)


 

"Herbol-Werke und BASF Coatings" im Zweigwerk Würzburg.