Die Senioren der Herbol-Werke Würzburg erinnern sich

Zeitzeugen berichten aus ihrer Sicht über Begebenheiten, Innovationen und Erfolge


 

Bericht von Heinz Töpfel
von 1960 bis 1996 bei Herbol und BASF Coatings
 

Die ersten Versuche mit Zweischicht Metallic ab ca 1968


      Nachdem wir die Firmen Glas und BMW einige Jahre mit Einschicht-Metallic silber und blau  beliefert hatten, kammen immer mehr Klagen über die schwierige Verarbeitungsfähigkeit auf. Der Einschicht-Metallic konnte wegen der großen Neigung zur Wolkenbildung nur mit besonders qualifizierten Spritzern lackiert werden. 

Wegen der nötigen langen Zeit zum sauberen Lackieren mußte das Band angehalten werden. Das bezog sich nicht nur auf die Lackierkabine, sondern auch auf das ganze Fertigungsband. Das war natürlich eine teure Angelegenheit.

Da von den Autokäufern immer mehr Metallic verlangt wurde, forderte man einen Metallic, der sich von angelernten Lackieren in der gleichen Zeit wie alle anderen Lacke verarbeiten lassen lackieren lassen sollte.


Herr Direktor Franz


      Nachdem wir die Firmen Glas und BMW einige Jahre mit Einschicht-Metallic silber und blau  beliefert hatten, kammen immer mehr Klagen über die schwierige Verarbeitungsfähigkeit auf. Der Einschicht-Metallic konnte wegen der großen Neigung zur Wolkenbildung nur mit besonders qualifizierten Spritzern lackiert werden. 

Wegen der nötigen langen Zeit zum sauberen Lackieren mußte das Band angehalten werden. Das bezog sich nicht nur auf die Lackierkabine, sondern auch auf das ganze Fertigungsband. Das war natürlich eine teure Angelegenheit.

Da von den Autokäufern immer mehr Metallic verlangt wurde, forderte man einen Metallic, der sich von angelernten Lackieren in der gleichen Zeit wie alle anderen Lacke verarbeiten lassen lackieren lassen sollte.
 


Diese Forderung nahm unser Werksleiter Herr Franz auf und forderte von den Lackentwicklung eine Möglichkeit, diese genannten Anforderungen zu erfüllen. Herr Franz und unser Laborleiter Herr Renz waren der Meinung, daß das nur mit der Trennung von deckenden und effektgebenden "Vorlack" und glanzgebenden Klarlack erreicht werden könne.

Das war die Idee zur Geburt unseres Zweischicht Metallic Systems. Der Idee folgten unendlich viele Versuche, das Ziel zu erreichen. Da ein einigermaßen guter Klarlack aus dem Industriebereich zur Verfügung stand, galt das ganze Augenmerk der Entwicklung eines Basislackes.

Dabei brauchte man jetzt auf den Glanz des Metallicbasislackes nicht nicht mehr so sehr achten, weil der jetzt von Klarklack mitgegeben wurde. Da die Neigung zur Wolkenbildung im Metallic offensichtlich durch unkontrolliertes Schwimmen der Alu-Flakes im feuchten Lackfilm entstand, versuchte man das Schwimmen durch ein Thixotropiemittel zu beheben.

Die üblichen Mittel dieser Art überdeckten aber die Alu-Flakes zu sehr, so dass der metallische Effekt mehr oder weniger verloren ging. Man besann sich auf die Möglichkeit, die Herr Schlötzer schon in geringem Maße bei Einschicht-Silber Metallic angewandt hatte. Er hatte eine Wachssuspension entwickelt, die eine geringe Verbesserung der Neigung zur Wolkenbildung war.

Die Idee von Herrn Renz war, diese Wachssuspension in erhöhter Menge in den Metallic Basislack einzubauen. Das Ergebnis war vielversprechend, aber genügte noch nicht den oben genannten Anforderungen. Daraufhin hatte Herr Renz die Idee, die Konzentration der Wachslösung zu erhöhen. Das war allerdings nicht so einfach, weil das Ausfällen des Wachses zur Erzeugung einer einsatzfähigen Suspension sehr schwierig war.

 

Herr Kath

 
Herr Kath machte daraufhin in Eigeniniative viele verschiedene Ausfällmethoden. Er brachte ca 35 Muster von Ausfällversuche zur Prüfung. Nur zwei Muster brachten eine deutliche Verbesserung.
 Herrn Kath gebührt mit seinen Leuten dafür die höchste Anerkennung.
 
Mit einer größeren Menge von dieser speziell ausgefällten "Wachslösung" wurden im Labor viele verschiedene Farbtöne konzipiert.  Jetzt bestätigte sich die enorme Verbesserung der Neigung zur Wolkenbildung. 

 

Großen Anteil an der Entwicklung des erfolgreichen  Metallic-Systems  haben u.a. Herr Renz, Herr Herrmann und (last not least) Herr Vesper

 


Herren Kath, Rechenberg
Produktion und Lackküche

 



Herr Rudolf Renz, Leiter des Entwicklungslabors
und Herr Max Sakriß, 
Kundenbetreuer (links)
 



Herr Franz organisierte sofort ein Versuch bei BMW. Herr Sakriß begleitete den Versuch bei BMW.
Das Ergebnis war ein voller Erfolg. Der Basislack musste allerdings noch von Hand trocken geblasen werden. Sehr bald aber wurden bei BMW und Glas "Blasringe" installiert, was den Lackierablauf so verbesserte, dass das Band nicht mehr angehalten werden musste. Später wurden dann ganze separate Blaszonen gebaut.

 



Die enorme Verbesserung der Neigung zur Wolkenbildung des Metallic Basislackes
 stellte sich im Laufe der Zeit als bahnbrechende Innovation zum Vorteil aller dar.
Die Bänder in den Lackierstraßen der Autowerke brauchten, wenn Metallic Karossen
lackiert werden sollten,  jetzt nicht mehr angehalten werden .

Auch waren  keine Spitzen-Lackierer für Metallic mehr nötig. Das alles waren enorme Kostenersparnisse unserer Kunden. Das Anhalten des Bandes bezog sich ja nicht nur auf das Lackierband, sondern es war die ganze gesamte Fertigungsstraße einer Automobilfirma von dem Stillstand betroffen.



Auf gebogenen Blechen kommt die ganze Schönheit von Metallic-Lacken zur Geltung
Plan einer typischen Lackierstraße für Metallic Basislack